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Motorradboom 2026: So viele neue Bikes wie seit Jahren nicht – was das für deine Touren bedeutet
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21.9.2026

Motorradboom 2026: So viele neue Bikes wie seit Jahren nicht – was das für deine Touren bedeutet

Europas Motorradmärkte wachsen 2026 zweistellig. Das klingt nach einer Nachricht für Händler – ist aber vor allem eine für dich: mehr Maschinen bedeuten vollere Lieblingsstrecken, einen bewegten Gebrauchtmarkt und viele neue Gesichter an der Tankstelle. Wir haben uns die Zahlen angesehen und aufgeschrieben, was sie für deine nächste Tour heißen.

Wenn du dieses Jahr das Gefühl hattest, dass auf den kurvigen Strecken mehr los ist als sonst, liegst du richtig. Die Zulassungszahlen zeigen: In fast ganz Europa sind wieder mehr Motorräder unterwegs.

Europa fährt wieder Motorrad

Europas Motorradmarkt legt kräftig zu: Im ersten Halbjahr 2026 wurden in den fünf größten Märkten 636.490 neue Zweiräder zugelassen. Das sind 16,8 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Ganz so eindeutig ist der Vergleich allerdings nicht, denn die Einführung der Euro-5+-Norm hatte die Zulassungszahlen 2025 verzerrt. Der positive Trend bleibt dennoch deutlich erkennbar.

  • Deutschland: 114.849 Zulassungen, +27,6 %
  • Spanien: 141.101 Zulassungen, +23,6 %
  • Großbritannien: 54.962 Zulassungen, +15,8 %
  • Italien: 220.776 Zulassungen, +13,2 %
  • Frankreich: 104.802 Zulassungen, +6,4 %

Wie sich der Markt in Deutschland entwickelt

Für Deutschland zählt das Kraftfahrt-Bundesamt im ersten Halbjahr 68.768 neu zugelassene Motorräder – ein Plus von 20,9 Prozent. Allein im Juni kamen 12.609 Maschinen dazu, 19,2 Prozent mehr als im Juni 2025. Die höhere ACEM-Zahl oben zählt Roller mit, die KBA-Zahl nur Motorräder.

In der Markenwertung liegt BMW im Halbjahr vorn, im Einzelmonat Juni Honda. Bei den Modellen dominieren die BMW R 1300 GS, die Kawasaki Z 900, die Honda CBR 650 R und die CB 750 Hornet. Aufschlussreich ist ein Detail: Zählt man nur die privaten Zulassungen, schiebt sich die Z 900 vor die R 1300 GS – die GS holt ihren Vorsprung über gewerbliche Zulassungen.

Warum jetzt so viele einsteigen

Die Gründe unterscheiden sich von Land zu Land, doch ein Muster zeigt sich in vielen Märkten: Besonders kleinere Hubraumklassen, bezahlbare Modelle und Einsteigersegmente gewinnen an Bedeutung.

  • Mehr Auswahl für A2: Die Hersteller bauen ihr Angebot in der 35-kW-Klasse aus – Kawasaki bringt etwa die ZX-4R und ZX-4RR ab September auch als A2-Version.
  • Leichte Reiseenduros: Die BMW F 450 GS kommt mit 48 PS und 180 Kilogramm bei rund 7.200 Euro – eine Reisemaschine, die auch mit A2 fahrbar ist.
  • Neue Marken im Preiseinstieg: CFMoto, Junak und QJMotor tauchen inzwischen in mehreren europäischen Top-Fünf-Listen auf.
  • Das Motorrad als Reisemittel: In den Niederlanden nennt der Branchenverband RAI genau das als Grund – Motorräder gelten dort als intelligentes und bezahlbares Reisemittel.

Was der Boom für deine Touren bedeutet

Die Klassiker werden voller

Mehr Maschinen heißt mehr Verkehr an den immer gleichen Punkten: Passhöhen am Sonntagmittag, die bekannten Bikertreffs, die eine Serpentine, die in jedem Reiseführer steht. Das ist nicht nur unangenehm, sondern hat Folgen – in mehreren Alpenregionen sind Lärmbeschwerden und Sperrungen inzwischen ein ernstes Thema, und die Strecken mit dem größten Andrang stehen dabei zuerst auf der Liste.

Mehrere Motorräder dicht hintereinander unterwegs

Der Gebrauchtmarkt ist in Bewegung

Der Boom betrifft nicht nur neue Maschinen. In den Niederlanden wurden im ersten Halbjahr 82.407 Gebrauchte verkauft, bei einem historischen Importrekord von 11.808 Fahrzeugen und den niedrigsten Exporten seit 2013. Es kommen also mehr Maschinen ins Land als herausgehen, der Bestand wird jünger – und wer gerade sucht, hat mehr Auswahl als in den Jahren davor.

Mehr Einsteiger auf der Straße

Weil das Wachstum aus den kleinen Klassen kommt, sind viele der neuen Maschinen erste Motorräder. Rechne im Gruppenverkehr also mit unterschiedlichem Tempo, mit Fahrern, die eine Kehre langsamer nehmen, und mit mehr Bedarf an Pausen. Wer eine Tour für eine gemischte Gruppe plant, sollte kürzer ansetzen und mehr Stopps einbauen als für die eingespielte Runde.

So findest du trotzdem freie Kurven

  • Fahr die zweite Reihe. Neben fast jedem berühmten Pass liegt ein unbekannterer mit demselben Asphalt und einem Bruchteil des Verkehrs.
  • Verschieb die Uhrzeit, nicht das Ziel. Früh losfahren und am späten Vormittag zurück sein schlägt jede Umplanung.
  • Nimm den Wochentag mit in die Planung. Der Unterschied zwischen Sonntag und Dienstag ist auf den Klassikern größer als der zwischen zwei Regionen.
  • Lass dir neue Strecken zeigen. Mit calimoto kannst du kurvige Routen planen und gezielt Alternativen zu den bekannten Hauptstrecken entdecken.

Fazit

2026 ist ein gutes Jahr für Motorräder – und eines, in dem sich eine gute Tourenplanung besonders auszahlt. Auf den bekannten Strecken dürfte es häufiger voll werden, doch oft liegt die bessere Alternative nur ein paar Kilometer daneben. Wer bei Route, Uhrzeit und Wochentag flexibel bleibt, findet auch in einer starken Motorradsaison noch genügend freie Kurven.